Die Geschichte Russlands

Von slawischen Volksgruppen 3000 Jahre v.C. bis hin zu Wladimir Putin im Jahr 2001 - hier erhalten Sie einige Informationen zu den letzten 5000 Jahren des heutigen Russlands...

ab 3000 v. Chr.
Herausbildung slawischer Volksgruppen in West- und Zentralrussland

ca. 850 - 900
Normannen (Wikinger, Waräger) dringen über die Ostsee vor und ziehen als kriegerische Händler meist entlang den Flüssen nach Byzanz (das heutige Istanbul) vor, gründen unter Führung des legendären Rjurik die Städte Nowgorod (862) und Kiew (879) und vermischen sich mit den noch staatenlosen Slawen. Aus den beiden Städten entwickeln sich mit der Zeit Fürstentümer.

ca. 1000 - 1050
Am Ende des 9. Jahrhunderts wird Kiew Hauptstadt der Rus. Großfürst Wladimir der Heilige führt das Christentum ein, öffnet sein Land dem byzantinischen Einfluss, womit eine machtvolle Ausweitung der byzantinischen Kultursphäre einsetzt. Zwischen 1019 und 1054 lässt Großfürst Jaroslaw der Weise in Kiew prächtige Kirchen nach dem Vorbild von Byzanz erbauen. Ein Metropolit mit Sitz in Kiew wird eingesetzt und der Ritus der Ostkirche mit der slawischen Kirchensprache und Liturgie übernommen. Durch Zwistigkeiten unter den fünf Söhnen des Großfürsten Jaroslaw bilden sich allmählich zahlreiche selbstständige Fürstentümer heraus.

1147
Erste Erwähnung Moskaus

1156
Juri Dolgoruki errichtet auf einer Anhöhe an der Moskwa eine Festung, die ein Zwanzigstel des heutigen Kremls umfasst.

1220 - 1250
Dschingis Khan schlägt die russischen Fürsten vernichtend. Sein Enkel Batu macht Russland tributpflichtig und gründet das Tatarenreich "Khanat der Goldenen Horde" an der unteren Wolga.

Ab 1330
Moskau entwickelt sich zunehmend zum Zentrum der russischen Staatsidee.

1450 - 1505
Iwan III. (der Große) nennt sich "Zar von ganz Russland" und gründet einen russischen Einheitsstaat.

1480
Ende des Tatarenjochs

1505 - 1533
Wasilij III.

1533 - 1584
Iwan IV. (der Schreckliche) lässt sich 1547 zum Zaren von Russland krönen. Innenpolitisch führt Iwan IV. eine grausame Gewaltherrschaft, außenpolitisch beginnt er mit der Erschließung Richtung Osten. Kosaken unter Führung von Ermak dringen bis nach Sibirien vor.

1605 - 1613
Die "Zeit der Wirren beginnt", als der Zar Boris Godunow 1605 stirbt und Machtkämpfe ausbrechen. 1610 besetzen polnische Truppen Moskau, werden aber zwei Jahre später wieder vertrieben.

1613 - 1645
Michail Fjodorowitsch Romanow wird zum Zaren gewählt. Er macht Schenkungen von Grund und Boden an den Dienstadel, womit beinahe die gesamte ländliche Bevölkerung leibeigen wird.

1682 - 1725
Peter I. (der Große) wird mit 17 Jahren Zar. Russland gewinnt weite Teile der Ostseeküste und des heutigen Estland und Lettland. Die Gründung von St. Petersburg (1703) steht als Symbol für das zum Westen geöffnete Fenster. Zur Krönung seiner Erfolge nennt sich Peter "Kaiser von ganz Russland". Iwan III. und Peter I. erhielten den Beinamen "der Große", da sie dem russischen Reich bedeutende Territorialgewinne verschafften.

1762 - 1796
Katharina II. (die Große, 1729-1796) wird als Fürstin Sophie Auguste von Anhalt-Zerbst im niederen deutschen Adel geboren und ändert ihren Namen in Katharina Alexejewna, nachdem sie zum russisch-orthodoxen Glauben übergetreten ist, um Peter III. heiraten zu können. Ihr außenpolitisches Ziel ist es, an den Sieg Peters des Großen über die Schweden anzuknüpfen und sich Polen einzuverleiben (Teilungen Polens: 1772, 1793 und 1795). Sie erringt von der Türkei aus ebenso die Kontrolle über die Nordküste des Schwarzen Meeres. Katharina hinterlässt umfangreiche autobiographische Schriften: "Ich denke, dass ich durch und durch ein Gentleman war, eher wie ein Mann dachte und trotzdem alles andere als männlich war".

1755
Gründung der Moskauer Universität

Juni 1812
Napoleon überfällt Russland mit einer 600 000 Mann starken Armee ohne Kriegserklärung. Beim Rückzug sechs Monate später kommen nur noch 20 000 erschöpfte Soldaten in Wilna an, und im Dezember führt Alexander I. den erfolgreichen Schlag der Verbündeten gegen Frankreich.

19. Februar 1861
Alexander II. schafft die Leibeigenschaft ab (vier Jahre bevor die USA die Sklaverei abschaffen).

18. März 1867
In Washington wird der russisch-amerikanischer Vertrag über den Verkauf der Aleuten und der Halbinsel Alaska an die USA unterschrieben.

Februar 1917
Demokratische Revolution in Russland. Eine provisorische Regierung unter Fürst Lwow wird gebildet. Der Zar Nikolaus II. dankt ab.

7. November 1917
Sozialistische Revolution: Die Bolschewiki unter Führung von Lenin übernehmen die Macht. 21. Januar 1924
Tod Lenins

1924 - 1953
Josef Wissarionowitsch Dschugaschwili, genannt Stalin, kommt an die Macht. Bei der "Großen Säuberung", russisch "Tschistka", 1936-38 liquidiert er fast alle Rivalen.

22. Juni 1941
Deutsche Truppen greifen ohne Kriegserklärung die UdSSR an, Ausbruch des "Großen Vaterländischen Krieges".

9. Mai 1945
Tag des Sieges der UdSSR über den Hitlerfaschismus

5. März 1953
Tod Stalins. Nach seinem Tod setzen Demokratisierung, Abwendung vom Personenkult und eine Liberalisierung der Justiz ein.

1960
Bruch mit der Volksrepublik China wegen ideologischer Zwistigkeiten. Die Industrialisierung und Entwicklung Sibiriens werden intensiv in Angriff genommen.

1971 - 1982
Ära Leonid Breschnew (gestorben 10.11.1982), die durch Stagnation in Wirtschaft und allen Bereichen des öffentlichen Lebens gekennzeichnet ist.

1980
Olympische Sommerspiele in der UdSSR

November 1982
Der KGB-Chef Juri Andropow kommt an die Macht, stirbt bald danach

1984 - 1985
KP-Chef Konstantin Tschernenko setzt die Breschnew-Politik fort.

1986 - 1991
Ära Michail Gorbatschow. Gorbatschow versucht das sozialistische System umzubauen und zu reformieren. Trotz umstrittener Wirtschaftspolitik ist sein Verdienst immens: Er öffnet das Land nach außen und leitet demokratische Freiheiten ein. Die von ihm geprägten Begriffe "Glasnost" und "Perestroika" versteht man in der ganzen Welt.

1991 - 1999
Boris Jelzin, Russlands erster demokratisch gewählter Präsident, führt Marktwirtschaft und "Präsidialdemokratie" ein.

1991
Trotz Volksentscheid für den Fortbestand der UdSSR wird die Sowjetunion aufgelöst. Ein Großteil der ehemaligen Sowjetrepubliken schließt sich jedoch bald zur Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) zusammen.

Oktober 1993
Putschversuch gegen Jelzin

2000
Wladimir Putin ist seit dem Sturz des Zarismus der zweite Führer nach Lenin, der Deutsch spricht. Sein politisches Credo: Ruhe und Ordnung, Reform von oben, "Glauben an die Größe Russlands" und an den "starken Staat als Garant der Ordnung und wesentlichen Motor des Wandels ".

2001
Am 25 September besucht W. Putin Deutschland. Erstmals in der Geschichte der deutsch-russischen Beziehungen spricht ein russisches Staatsoberhaupt vor dem deutschen Bundestag (und noch dazu in gutem Deutsch!). Er spricht über die heutigen Veränderungen in der Welt, die "nicht mehr in zwei feindliche Lager geteilt", sondern "sehr viel komplizierter" geworden ist. Putin betont die Zugehörigkeit seines Landes zu Europa und unterstreicht die Bedeutung der wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Zusammenarbeit zwischen Russland und Deutschland, deren Anfänge weit in die Geschichte zurückreichen.